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Willkommen bei der„Kirche im Briefkasten“!

|  Versöhnungskirche

„Zwei oder drei in meinem Namen“ - Sonntag Reminiszere, 28. Februar 2021 – Eckart Stief

 

Unsere Presbyterin Judith Glück hat es vorgeschlagen – fleißige Helferinnen und Helfer haben mitgewirkt: „Kirche im Briefkasten“. Kaum zu glauben, dass zwei Monate lang keine Präsenzgottesdienste, also „echte“ Gottesdienste, stattfanden. Immerhin, stattdessen gab es die „Kirche im Briefkasten" – und dank Mirjam Strunk, ebenfalls neu im Presbyterium, zwei Online-Gottesdienste, die man sich auf YouTube anschauen kann (https://www.kirchen-in-kl.de/kirchen/evangelische-kirchengemeinden/versoehnungskirche/).


Der erste Sonntag im März ist der 07.03. – da soll die Kirche wieder geöffnet sein, kurz vor 10.00 Uhr werden die Glocken zum Gottesdienst einladen. Natürlich unter den vorgeschriebenen Corona-Regelungen: namentliche Erfassung der Besucherinnen und Besucher, Maskenpflicht, Mindestabstand, kein Gesang, kein Abendmahl. Es ist noch Corona-Zeit.

Leicht fällt dem Presbyterium die Entscheidung nicht, groß ist die Verantwortung. Unvorstellbar, wenn sich jemand bei uns in der Versöhnungskirche infizieren würde. Einige Freikirchen sind da unangenehm aufgefallen. Und gerade jetzt breiten sich Corona-Mutationen auch in Deutschland aus. Fest steht: sollte sich die Situation wieder verschlechtern, muss neu entschieden werden.

Dabei stellt der sonntägliche Gottesdienst im Wochenrhythmus, da sind sich unsere Presbyterinnen und Presbyter einig, ein wichtiges Angebot dar. Zu wissen, da gibt es einen Ort und eine Stunde, wo „Auszeit“ ermöglicht wird – ich kann sie in Anspruch nehmen, auch wenn ich nicht jede Woche in die Kirche gehe. Ich spreche alte Psalmtexte und höre zum Teil fremde wunderbare Bibelworte, höre den Orgelklang, kann beten (und dabei an mich, an meine Sorgen und Hoffnungen, und an Menschen denken, die mir wichtig sind – oder die mir wichtig waren), kann Spuren folgen, die zu Gott führen, und kann danken. Ja, trotz allem, auch in der Pandemie-Zeit. Glauben ist keine leichte Angelegenheit, niemand behauptet das, aber die Sehnsucht nach Halt steckt tief in uns, nach Orientierung und Trost – nach Gott. Ebenso wie die Sehnsucht nach wertschätzender Gemeinschaft.

Wahrlich, ich sage euch:
Wenn zwei unter euch einig werden auf Erden,
worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen,
da bin ich mitten unter ihnen.
(Matthäus 18, 19-20)

„Zwei oder drei in meinem Namen“ – ein Ausspruch von Jesus, den er im Matthäus-Evangelium seinen Jüngerinnen und Jüngern zuspricht. Vorher hat er ihnen deutlich gemacht, wie sie miteinander umgehen sollen und dass Gott ihre Bitten erhören will, wenn Einigkeit unter ihnen besteht. Nun verspricht er, immer bei ihnen zu sein, wenn sie sich in seinem Namen treffen.

Wie die damaligen Leserinnen und Leser dieses Textes, können auch wir durch diesen Ausspruch Trost und Aufmunterung erfahren.

Ich stelle mir vor, wie die ersten Christinnen und Christen im Römischen Reich sich heimlich trafen, in kleiner Zahl, in Angst vor Verfolgung. Heute treffen wir uns vielleicht auch in eher überschaubarer Zahl, ganz sicher ohne Angst – aber die Werte, für die Jesus steht, sind weit in unsere moderne Gesellschaft eingedrungen, auch bei denen, die von ihm nichts wissen wollen: Nächstenliebe, Wertschätzung aller Menschen, Hilfe für Arme, Kranke und Benachteiligte, Sehnsucht nach Gerechtigkeit – Jesus spricht vom Reich Gottes.

Wenn wir am 7. März die Kirche wieder öffnen, bin ich mir sicher: er ist mitten unter uns.

„Kirche im Briefkasten“ erscheint in der Zeit des kirchlichen Lockdowns auf dem Bännjerrück. Sie halten die vorerst letzte Ausgabe in der Hand. Herzlichen Dank an Leserinnen und Lesern für viele freundliche Rückmeldungen.

Gebet
Wir danken dir, Gott,
dass du uns in diesen dunklen Tagen immer wieder aufrichtest.
Lass uns deine Barmherzigkeit und Liebe nicht vergessen,
die du uns in Jesus erwiesen hast.
Hilf uns, dass wir auf deine Verheißungen vertrauen und an deinem Reich mit bauen, damit Gerechtigkeit und Friede die Welt erfüllen.

Segen
Es segne und behüte dich Gott, der Allmächtige und Barmherzige,
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

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